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Beisetzung im Vulkan
Der Der Naturbestattungsspezialist Seven Summits bietet höchst ungewöhnliche Bestattungsplätze an: auf den höchsten Gipfeln, auf gewaltigen Gletschern oder in stillen Bergtälern. Die wohl außergewöhnlichste Art der Beisetzung ist die Ascheausstreuung in einem Lavastrom eines Vulkans. Mehr auf Seite 6 in der Februar-Ausgabe der Friedhofskultur.
Der Friedhof in Rathenow: Schön und sanierungsbedürftig
Der evangelische Friedhof am Weinberg in Rathenow ist ganz besonders schön und für eine so kleine Stadt außergewöhnlich. Und deshalb gehört er jetzt als erster im Land Brandenburg zur „Stiftung historische Kirchhöfe und Friedhöfe Berlin-Brandenburg“, schreibt die Märkische Allgemeine.
Die Aufnahmegebühren waren nicht unerheblich, aber dafür können die Experten der Stiftung dem Friedhof in Sachen Denkmalschutz oder Gartenbau jetzt mit Rat, Tat und Fördermitteln zur Seite stehen, denn er ist bei aller Schönheit auch ziemlich sanierungsbedürftig. Die Liste der Restaurierungs- und Sanierungsobjekte ist lang: verwahrloste Grabstellen, eingefallene Gruften, umgestürzte Mauern, verrostete und verbogene Zäune sowie sanierungsbedürftiges Dach und Turmspitze der frühmodernen Friedhofskirche.
Ziel des Vereins ist, dass der Turm bis zur Bundesgartenschau 2015 wieder aufgebaut ist.
Abwärme aus Einäscherungen nutzen – umweltfreundlich oder pietätlos?
Strom aus Abwärme gewinnen – ein vorbildliches Energienutzungskonzept. Das dachte sich auch der Betreiber eines Bestattungsunternehmens in Taipeh und investierte umgerechnet 163.000 Euro in eine Anlage, die mit der Abwärme aus der Einäscherung der Leichen Strom erzeugt. Durchschnittlich 50 Kremationen werden täglich in dem Krematorium der taiwanesischen Hauptstadt vorgenommen.
Mit dem Strom werden sowohl eine Klimaanlage, die eine Abschiedshalle für bis zu 130 Personen kühlt, als auch die Kaffemaschinen betrieben, mit denen die Angehörigen sich während der eineinhalbstündigen Kremationszeit erfrischen können. Der Betreiber hat berechnet, dass er dadurch monatlich 315 Euro an Stromkosten spare. Die Taiwanesische Hauptstadt soll sogar Fördermittel dazu gegeben haben.
Die Idee stößt allerdings nicht auf ungeteilte Begeisterung. Ein Stadtrat aus Taipeh findet die Vorstellung „eklig“, dass die Leichen als Energie-Rohstoff „verwertet“ werden. Das Krematorium überlegt daher, den Strom aus Rücksicht auf die Gefühle der Angehörigen vielleicht doch lieber für die Beleuchtung zu nutzen.
Erster Memoriam-Garten in Hessen eingeweiht
Auf dem Südfriedhof in Wiesbaden wurde im Herbst 2009 Hessens erster Memoriam-Garten eingeweiht. Das 400 Quadratmeter große, intensiv gärtnerisch gestaltete Feld im Abteil C des Südfriedhofes entstand in Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Arbeitsgemeinschaft Wiesbadener Friedhofsgärtner, der Steinmetzbetriebe und der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH. Das Grabfeld bietet Einzel-, Partner-, Urnen- und Baumgrabstätten, die ausschließlich über ein Komplettangebot erworben werden können. Es beinhaltet die Kosten für das Grabmal und die dauerhafte Grabpflege durch die Friedhofsgärtner, die Pflege des gesamten Memoriam-Gartens sowie die Kosten für das Abräumen der Grabstätte nach Ablauf der Nutzungszeit.
Hinter der Idee des Memoriam-Gartens steht der Gedanke eines individuell gestalteten Grabes als Ort für die Trauerverarbeitung ohne Verpflichtung zur Grabpflege für die Trauernden – ein Rundum-Sorglos-Paket für die Nutzungszeit von 20 Jahren bei einem Urnengrab und 30 Jahren bei einem Erdgrab.
Beidseitig geräumt in variabler Breite
Auch Brakel ist in diesem Winter vom Schneefall erfasst worden. Aber auf ganz andere Weise als sonst üblich wurden hier die Friedhofswege vom Schnee geräumt – mit einem alten Holzpflug, der in früheren Jahren durch Pferde gezogen wurde und aus der Kriegs- oder Nachkriegszeit stammt.
Auf den Fotos ist Friedhofsgärtner Heiner Balke von der Stadt Brakel zu sehen. „Wir haben den Pflug beim Umbau der sanitären Anlagen der Kapelle auf dem Dachboden gefunden – zerlegt in drei Teile“, berichtet er. Den alten Schneepflug kann er in der Breite verändern, wenn er das Gerät hinter das Friedhofsfahrzeug spannt. Um den Schnee nicht vor dem Räumen platt zu fahren, hat der städtische Bauhof das Fahrzeug mit einem kleinen Räumschild versehen.
Umweltstandards in deutschen Krematorien
Der Anteil der Urnenbeisetzungen lag in Düsseldorf zuletzt bei über 40 Prozent. Dort hat nun die Schetter GmbH & Co. KG (Köngen) zusammen mit dem Krematorium Düsseldorf Messreihen zur Schadstoffbelastung der Abgase durchgeführt. Neben ethischen Aspekten ist auch der Umweltschutz eine wichtige Frage bei der Feuerbestattung. Über die Ergebnisse berichtet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in einer Pressemitteilung im Dezember 2009. Mehr auf Seite 7 in der Februar-Ausgabe der Friedhofskultur.
Berliner Friedhofsmitarbeiter auf dem Wiener Zentralfriedhof
Am 8. Oktober 2009 besuchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des evangelischen Friedhofsverbunds Berlin (Karlshorst, Friedrichsfelde, Mahlsdorf, Hönow), den Zentralfriedhof in Wien. Der Geschäftsführer der städtischen Friedhöfe Wien für den technischen Bereich, Erhard Rauch, der Verwalter des Zentralfriedhofs Wien, Anton Köfmüller ,und die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Andrea Rauscher, nahmen sich für die Führung viel Zeit. Mehr auf Seite 8 in der Februar-Ausgabe der Friedhofskultur.
BSG: Übernahme von Bestattungskosten nach § 74 SGB XII
Mit Urteil vom 29.09.2009 - B 8 SO 23/08 R, hat das Bundessozialgericht eine mit Spannung erwartete Entscheidung zur Übernahme von Bestattungskosten auf der Grundlage des § 74 SGB XII gefällt. Das Gericht macht in seinem Urteil neue grundsätzliche Aussagen zur Frage der Zumutbarkeit zum Tragen von Bestattungskosten und zum Verhältnis des Nachranggrundsatzes. Mehr auf Seite 8 in der Februar-Ausgabe der Friedhofskultur.
Über das Leben hinaus: Ein Gang über Hannovers Friedhöfe
In Hannover existieren zahlreiche Friedhöfe, teils in Betrieb, teils aufgelassen und zu Grünflächen umgewandelt. Manche Grabflächen sind sogar ganz verschwunden und längst überbaut. Ziel einer Ausstellung des Historischen Museums Hannover vom 15. September 2010 bis 9. Januar 2011 ist es, die Veränderungen im Friedhofswesen in Hannover vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aufzuzeigen.
Dabei wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sich auf Friedhöfen und in den Grabmalen die geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen der jeweiligen Epoche widerspiegeln.
Zur Veranschaulichung und um die Bezüge zur Stadtgesellschaft zu verdeutlichen, soll die Friedhofsentwicklung um Ausstellungsteile ergänzt werden, die Leben und Grabmale einzelner Personen oder bestimmter Personengruppen vorstellen. In diesem Sinne ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen: „Über das Leben hinaus“ bedeutet auch, die Frage zu stellen, was vom Menschen bleibt. Die Möglichkeiten sind vielfältig: die persönliche Erinnerung, eine Idee oder eine besondere Leistung, vielleicht sogar ein Stück gebautes Hannover.
Kontakt: Historisches Museum Hannover, Pferdestr. 6, 30159 Hannover, www.hannover.de/hist_museum/
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